Wegweiser zurück zum Führerschein

1. Informationen einholen

Wenn Ihnen der Führschein entzogen worden ist oder eine Entziehung droht, sollten Sie sich bei Ihrer zuständigen Führerscheinstelle (Straßenverkehrsamt) erkundigen, ob in Ihrem Fall eine MPU nötig ist (Anlässe für die Anordnung einer MPU). Wenn ja, sollten Sie sich so früh wie möglich darüber informieren, welche Bedingungen Sie erfüllen müssen, um Ihre Fahrerlaubnis zurückzubekommen oder behalten zu können.

Besuchen Sie daher so früh wie möglich unsere kostenlosen Informationsveranstaltungen und vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch bei einem Verkehrspsychologen, um Ihr Vorgehen mit kompetenter Unterstützung zu planen. Holen Sie die Informationen rechtzeitig ein, damit Sie nicht in Zeitdruck kommen – lassen Sie keine kostbare Zeit verstreichen, indem Sie z.B. erst bei der Antragstellung aktiv werden!

Dies gilt erst recht, wenn Sie noch Inhaber der Fahrerlaubnis sind und eine MPU angeordnet wird (z.B. bei Cannabisauffälligkeit im Straßenverkehr oder Alkoholauffälligkeit mit dem Fahrrad) – in diesen Fällen ist eine sachgerechte Beratung vor der Begutachtung dringend angeraten, um unnötige Kosten zu vermeiden.

2. Beantragung der Fahrerlaubnis/ Auswahl der Begutachtungsstelle

Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen und wollen Sie den Führerschein zurückhaben, so müssen Sie bei Ihrer Führerscheinstelle einen Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stellen. Die Verkehrsbehörde ist verpflichtet zu prüfen, ob Sie zum sicheren Führen von Kraftfahrzeugen geeignet sind. Dazu sichtet sie Ihre Akte. Ergeben sich aufgrund früherer Verkehrsauffälligkeiten Zweifel an Ihrer Kraftfahreignung, ordnet die Führerscheinstelle eine MPU zur Abklärung an. Dann erhalten Sie in der Regel von der Verkehrsbehörde ein Schreiben,

  • in dem Sie zur Begutachtung aufgefordert werden und Ihnen begründet wird, warum eine Begutachtung notwendig ist und welche Fragen durch die Begutachtung geklärt werden sollen;
  • mit einem Formular, auf dem Sie sich mit der Begutachtung einverstanden erklären und mit einer Liste der anerkannten Begutachtungsstellen in Ihrer Nähe. Sie haben die freie Wahl der Begutachtungsstelle. Sie müssen der Verkehrsbehörde aber auf dem Formular schriftlich mitteilen, wo Sie sich begutachten lassen wollen. Wenn Sie eine Begutachtungsstelle der B·A·D ausgewählt haben, übersendet die Führerscheinstelle Ihre Verkehrsakte automatisch an uns.

3. Terminabsprache

Ist Ihre Akte in unserer Begutachtungsstelle eingetroffen, teilen wir Ihnen dieses umgehend mit und bitten Sie um die Überweisung der Untersuchungsgebühr. Die Höhe der Gebühr ist gesetzlich geregelt und richtet sich nach dem Anlass der Untersuchung (Anlässe für die Anordnung einer MPU). Sollten Sie einen Dolmetscher benötigen, teilen Sie uns dies dann bitte gleich mit, damit wir uns frühzeitig darum kümmern können.

Drängt bei Ihnen die Zeit, teilen Sie uns dies am besten telefonisch mit, damit wir Sie bei einer kurzfristigen Terminvergabe berücksichtigen können.  Nach Eingang Ihrer Zahlung erhalten Sie von uns umgehend schriftlich Ihren Untersuchungstermin; rechnen Sie mit ca. zwei Wochen zwischen Überweisungs- und Untersuchungsdatum.

4. Begutachtung

Ihre Medizinisch-Psychologische Untersuchung wird in unseren Begutachtungsstellen an einem einzigen Tag durchgeführt. Am Untersuchungstag werden Sie über den Ablauf und die Zielsetzung Ihrer Begutachtung sowie den Gutachtenversand genau informiert. In der Regel dauert die MPU ca. 3 - 4 Stunden. In dieser Zeit werden Sie von einem Arzt körperlich untersucht, auf Ihre Reaktionsfähigkeit getestet und sprechen mit einem Verkehrspsychologen (Ablauf der MPU). Eine faire und menschliche Behandlung ist für uns als Psychologen und Ärzte selbstverständlich. Wir nehmen uns ausreichend Zeit, um von Ihnen alles zu erfahren, was im Zusammenhang mit Ihrer Kraftfahreignung wesentlich ist, denn nur dann können wir Sie sachlich und gerecht beurteilen. Wir bemühen uns um eine ruhige und freundliche Untersuchungsatmosphäre, da wir wissen, dass die MPU für die Betroffenen meistens mit Stress verbunden ist.


Am Ende der Untersuchungen geben wir Ihnen eine Rückmeldung über den Verlauf der Begutachtung und – sofern möglich - das voraussichtliche Ergebnis.

5. Gutachtenvorlage / Fahrerlaubniserteilung bzw. -behalt

Nach der Begutachtung dauert es maximal 10 Arbeitstage, bis Ihnen das Gutachten zugeschickt wird (es sein denn, es fehlen noch weitere Unterlagen für die Beurteilung). Wünschen Sie eine direkte Übersendung des Gutachtens an die Verkehrsbehörde, so können Sie uns damit beauftragen.

Die Entscheidung darüber, ob Sie wieder bzw. weiterhin ein Kraftfahrzeug führen dürfen, trifft die Führerscheinstelle. In der Regel wird Ihr Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis bewilligt, wenn Sie ein Gutachten mit positivem Ergebnis bei der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen.