Psychologisches Untersuchungsgespräch

Was sollte ich in der MPU besser nicht sagen?

Vielleicht haben Freunde oder Bekannte Sie davor gewarnt, in der MPU zu viel von sich preiszugeben und Ihnen geraten, bestimmte Dinge zu verheimlichen. Tatsächlich kann eine solche Strategie Ihnen aber sehr schaden, da Sie sich dem Gutachter gegenüber nicht mehr offen verhalten können. Möglicherweise können Sie dann auch nicht mehr von Dingen berichten, die sich im positiven Sinne verändert haben, weil Sie sich dann in Widersprüche verwickeln würden.


Voraussetzung für ein positives Gutachten ist, dass die Gutachter von Ihnen zuverlässige Angaben zu Ihrer Verkehrsvorgeschichte erhalten und von all den Umständen, die mit Ihren Auffälligkeiten zusammenhängen. Ist das nicht möglich, weil Sie dazu keine Angaben machen oder Ihre Angaben unglaubwürdig sind, fehlt die Grundlage für ein positives Gutachten.


Bleiben Sie in der MPU also bei der Wahrheit und bereiten Sie sich vorher gut auf das vor, was von Ihnen erwartet wird. Erfüllen Sie alle Voraussetzungen für ein positives Gutachtenergebnis, brauchen Sie sich auch keine Sorgen mehr darum zu machen, was Sie in der Untersuchung sagen können, sondern Sie können offen und ehrlich antworten, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Welche Fragen stellen die Psychologen?

Im psychologischen Untersuchungsgespräch werden Sie zu Ihrer Verkehrsvorgeschichte und zu den Konsequenzen befragt, die Sie aus Ihren Auffälligkeiten gezogen haben. Durch Ihre Ausführungen haben Sie die Chance, die Bedenken der Verkehrsbehörde an Ihrer Kraftfahreignung zu entkräften. Die Gutachter haben kein Interesse daran, Sie mit Fangfragen hereinzulegen; natürlich müssen sie aber die Glaubhaftigkeit Ihrer Angaben prüfen. Daher achten die Gutachter darauf, ob Ihre Aussagen widerspruchsfrei sind, zu wissenschaftlichen Erkenntnissen passen und zu dem, was in der Akte steht. Ergeben sich dann Ungereimtheiten, wird der Gutachter Sie danach fragen; Sie können dann Ihre Sicht der Dinge ggf. noch erläutern, ergänzen oder korrigieren. Der Gutachter ist dazu verpflichtet, die Stimmigkeit Ihrer Angaben zu prüfen, denn nur mit wirklichkeitsgetreuen Befunden kann er gerecht beurteilen und eine zuverlässige Verhaltensprognose stellen.
Denken Sie sich daher keine Geschichten für die Begutachtung aus – die Gutachter sind darin ausgebildet, die Wahrheit von Täuschungsmanövern zu unterscheiden. Tatsächlich zeigt die Erfahrung sogar, dass Betroffene bei Verheimlichungsversuchen auch Informationen zurückhalten, die für eine günstige Verkehrsprognose sprechen könnten.

Wenn ich die Wahrheit sage, bekomme ich dann ein positives Gutachten?

Ihre Offenheit und Kooperationsbereitschaft sind entscheidende Bedingungen für die Erstellung einer Verkehrsverhaltensvorhersage. Ohne wahrheitsgemäße Angaben kann der Gutachter keine zuverlässige Einschätzung Ihrer Situation vornehmen. Allerdings ist Ehrlichkeit allein noch nicht ausreichend für ein positives Ergebnis. Genauso entscheidend ist es, dass Einstellungs- und Verhaltensänderungen vollzogen werden und dass Sie in Zukunft in der Lage sind, weitere Verkehrsdelikte zu vermeiden. Daher ist es für ein positives Gutachtenergebnis erforderlich, dass Sie bis zur Begutachtung auch alle Anforderungen erfüllen, die an Sie im Hinblick auf das sichere Führen von Kraftfahrzeugen gestellt werden. Welche Bedingungen in Ihrem konkreten Fall für ein positives Gutachten erfüllt werden müssen, kann am sichersten in einem persönlichen Beratungsgespräch im Vorwege der MPU geklärt werden. Wenn Sie das für Ihren Fall klären möchten, empfiehlt sich ein persönliches Beratungsgespräch im Vorwege der MPU bei einem qualifizierten Verkehrspsychologen oder bei einer Suchtberatungsstelle.

Was ist, wenn man sich nicht so gut ausdrücken kann?

Es macht nichts, wenn Sie mal nicht gleich die richtigen Worte finden. Sprechen Sie so über sich, wie Sie es gewohnt sind – die Gutachter bewerten nicht, ob Sie sich besonders gewählt ausdrücken können, sondern wie Sie in Zukunft weiteren Verkehrsdelikten vorbeugen wollen. Das kann man auch in sehr einfachen Worten "rüberbringen" – manchmal sogar viel besser als in Professoren-Kauderwelsch.


Zur Vorbereitung ist es aber sicher nützlich, vorher mit anderen noch mal in ernsthafter Weise über Ihre Verkehrsvorgeschichte zu sprechen, um sich auf das Untersuchungsgespräch sprachlich und gedanklich einzustellen. Auf jeden Fall werden Sie in der Begutachtung ausreichend Zeit haben, um alle Dinge mitzuteilen, die Ihnen für die Beurteilung wichtig erscheinen.

Was ist, wenn ich nicht verstehe, was der Gutachter mit seiner Frage meint?

Das ist normal, wie in jedem anderen Gespräch auch kann es vorkommen, dass man nicht weiß, worauf der Gesprächspartner hinaus will. Fragen Sie dann einfach nach, ob Sie die Frage richtig verstanden haben oder bitten Sie darum, dass der Gutachter noch mal anders fragt. Es ist wichtig, dass Sie die Fragen richtig verstehen, damit keine falschen Schlüsse gezogen werden. Übrigens: Ihre Rückfragen zeigen auch, dass Sie die Sache ernst nehmen.

Wie kann ich den Gutachter davon überzeugen, dass ein Fehler, wie ich ihn gemacht habe, bei mir nie wieder vorkommt?

Gute Vorsätze sind auf jeden Fall ein guter Anfang, reichen allein aber noch nicht. Es bleibt dann noch die Frage zu klären, ob Sie es in Zukunft auch schaffen, die guten Absichten wirklich in die Tat umzusetzen. Daher sollten Sie sich überlegen, welche Gründe zu Ihrem Fehlverhalten im Straßenverkehr geführt haben und welche Veränderungen Sie vollziehen müssen, um sich in Zukunft zuverlässig anders verhalten zu können. Daraus können Sie konkrete Verhaltensstrategien entwickeln, um sich und andere vor weiterem Fehlverhalten zu schützen.

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