Probezeit

 

Warum gibt es eine Führerschein-Probezeit?

Junge Menschen, besonders die Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen, sind besonders häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Gemessen an ihrem Anteil am Straßenverkehr und an der Gesamtbevölkerung weisen sie ein überproportional hohes Unfallrisiko auf. Hauptursachen sind der Mangel an ausreichender Fahrerfahrung und die jugendtypisch ausgeprägte Risikobereitschaft.


Mit der Führerschein-Probezeit wird der hohen Unfallgefährdung von Fahranfängern entgegengewirkt, da sich Führerschein-Neulinge unter den strengeren Bestimmungen bewähren müssen und auf ihr Fehlverhalten spezifischer reagiert werden kann.

Wie lange dauert die Probezeit?

Die Probezeit für Fahranfänger beginnt mit dem Datum der Fahrerlaubnis-Ersterteilung und dauert 2 Jahre. Sie gilt für alle Fahranfänger, unabhängig von ihrem Lebensalter. Bei Verkehrsdelikten ist vom Gesetz die Verlängerung der Probezeit um 2 auf insgesamt 4 Jahre vorgesehen.


Die Probezeit muss nur einmal durchlaufen werden; bei später zusätzlich erworbenen Führerscheinklassen oder bei Wiedererteilung der Fahrerlaubnis wird keine erneute Probezeit gefordert.

Kann ich meine Probezeit verkürzen?

Seit Anfang 2004 gibt es in den meisten Bundesländern (aber nicht allen!) die Möglichkeit, die Probezeit im Rahmen der so genannten "zweiten Ausbildungsphase" um ein Jahr durch die freiwillige Teilnahme an einem Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF-Seminar) in einer Fahrschule zu reduzieren. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Führerscheinstelle oder einer Fahrschule über die Möglichkeiten und Voraussetzungen zur Probezeitverkürzung.

Was passiert, wenn ich in der Probezeit gegen die Verkehrsregeln verstoße?

Die Probezeit wird um weitere 2 Jahre auf insgesamt 4 Jahre verlängert, wenn Sie als Fahranfänger in der Probezeit durch ein schwerwiegendes Delikt oder zwei weniger schwerwiegende Delikte auffällig werden.


Hierzu verweisen wir auf die Maßnahmen aus dem neuen Punktesystem.


Eine Zusammenstellung der Delikte und ihrer Zuordnung zu den Kategorien A und B finden Sie unter www.kba.de ("Punktekatalog").

Wann wird die Probezeit verlängert?

Das kommt darauf an, wodurch Sie in der Probezeit verkehrsrechtlich auffallen.

  • Haben Sie einen Verkehrsverstoß begangen, der nicht mit Punkten im Verkehrszentralregister geahndet wird (z.B. Falschparken mit einem Bußgeld unter 40 Euro), passiert nichts in Bezug auf Ihre Fahrerlaubnis (Sie erhalten aber natürlich den Bußgeldbescheid).
  • Haben Sie ein Fahrzeug unter Alkohol- oder Drogeneinfluss geführt, so wird Ihnen - neben den für alle Kraftfahrer geltenden Strafen wie Punkten in Flensburg, Bußgeldbescheid oder Strafbefehl, Fahrverbot oder Fahrerlaubnisentziehung u.ä. - die Teilnahme an einem besonderen Aufbauseminar für Fahranfänger bei einem Verkehrspsychologen auferlegt und die Probezeit wird um 2 Jahre auf 4 Jahre verlängert.
  • Haben Sie gegen andere Verkehrsregeln verstoßen (entweder durch ein schwerwiegendes Delikt der Gruppe A oder zwei weniger schwerwiegende Delikte der Gruppe B), wird Ihnen neben den für alle Kraftfahrer geltenden Strafen wie Punkten in Flensburg, Bußgeldbescheid oder Strafbefehl, Fahrverbot oder Fahrerlaubnisentziehung u.ä. - die Teilnahme an einem Aufbauseminar bei einem Fahrlehrer auferlegt und die Probezeit wird um 2 Jahre auf 4 Jahre verlängert.


Nehmen Sie an dem angeordneten besonderen Aufbauseminar nicht erfolgreich teil oder legen Sie die Teilnahmebescheinigung nicht rechtzeitig vor, wird Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen.

Die neuen Bestimmungen finden Sie hier:

 

Was soll ein Aufbauseminar bewirken?

Fahranfänger, d.h. Verkehrsteilnehmer in der Probezeit, die gegen die Verkehrsbestimmungen verstoßen haben, sollen durch die Teilnahme an speziellen Seminaren dazu bewegt werden, die Ursachen für ihr falsches Verhalten zu erkennen und mit fachlicher Hilfe durch einen Fahrlehrer oder einen Verkehrspsychologen Strategien entwickeln, um Wiederholungen zu vermeiden.

 

Die Seminare werden in Gruppen mit 6 - 12 Teilnehmern durchgeführt und beinhalten 3 - 5 Sitzungen in wöchentlichen Abständen.

Was passiert, wenn ich nach der Teilnahme an einem Aufbauseminar noch mal durch Verkehrsverstöße auffalle?

Wenn Sie nach einem absolvierten Aufbauseminar innerhalb der vierjährigen Probezeit nochmals gegen die Verkehrsregeln verstoßen, kann die Verkehrsbehörde Ihre Eignung zum sicheren Führen von Kraftfahrzeugen durch eine Medizinisch-Psychologische Begutachtung (MPU) überprüfen lassen. Bestätigt das Gutachten Ihre Fahreignung nicht, kann die Führerscheinstelle Ihre Fahrerlaubnis entziehen.

Was kann mir eine verkehrspsychologische Beratung in der Probezeit bringen?

Fallen Sie als Fahranfänger nach der Teilnahme an einem Aufbauseminar nochmals durch ein Verkehrsdelikt auf, wird Ihnen von der zuständigen Verkehrsbehörde eine verkehrspsychologische Beratung empfohlen. Sich verkehrspsychologisch beraten zu lassen ist freiwillig und wird mit dem Abbau von zwei Punkten im Verkehrszentralregister belohnt.


In der verkehrspsychologischen Beratung erhalten Sie in Einzelgesprächen Unterstützung von einem Verkehrspsychologen, um die Defizite in Ihrer Einstellung zum Straßenverkehr zu erkennen, Ihr auffälliges Verhalten zu überdenken und zu ändern. In den Gesprächen werden die Ursachen Ihres auffälligen Verhaltens im Straßenverkehr erarbeitet und es werden Ihnen persönliche Möglichkeiten zur Beseitigung aufgezeigt. So können Sie durch die verkehrspsychologische Beratung künftigem Fehlverhalten vorbeugen und den Behalt Ihrer Fahrerlaubnis sichern.

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